Presse/Rezensionen

  • Presse-Publikationsdatum (dd.mm.jj), Name der Zeitung, über
    116, Versuch, Erfolg, Irrtum. Telekomindustrie von Hasler zu Ascom, von Karl Lüönd

  • Fridolin Jenny-Heer – Gründervater der «Fritz + Caspar Jenny Ziegelbrücke»
    Pionier des Monats | Mai 2020
    99, Spinnen, Weben, Drucken. Pioniere des Glarnerlandes,

    Fridolin Jenny-Heer – Gründervater der «Fritz + Caspar Jenny Ziegelbrücke»

    Krisenzeiten markieren Zäsuren in der Geschichte, auch bei den Schweizer Pionieren der Wirtschaft und Technik. So muss die Textilfirma Jenny Fabrics AG in Ziegelbrücke Ende August 2020 nach 186 Jahren ihre Tore schliessen. Die Corona-Krise hat ihr den Rest gegeben. Doch wo althergebrachte Unternehmen und Industrien ihren Niedergang erleben, wachsen auch neue Bereiche heran. So zeigt ein Blick in die Geschichte der Jenny Fabrics, dass ihr Gründervater Fridolin Jenny-Heer (1784–1857) bei seiner ersten Unternehmensgründung wesentlich von einer Krisenzeit profitierte.

    Kindheit in der Fabrik

    Am 15. September 1784 kam Fridolin Jenny im glarnerischen Ennenda zur Welt. Er wuchs zusammen mit seinen älteren Brüdern Bartholome und Kaspar auf. Sein Vater arbeitete als Postbote und Holzfäller. Nach einigen Jahren Schulbesuch arbeitete Fridolin Jenny in der kleinen Blaufärberei «auf dem Hohlenstein» in Glarus als Hilfskraft. Zu Hause musste er beim Handspinnen mithelfen.

    Mitgründer einer Weberei

    1808 gründeten die drei Brüder das Handwebereigeschäft «Barth. Jenny & Cie.». Dabei profitierten sie von der Kontinentalsperre Napoleons, die den Import von Baumwolle aus England untersagte und dadurch der Schweizer Baumwollindustrie Expansionsmöglichkeiten bot. Die Gebrüder Jenny arbeiteten während zwanzig Jahren zusammen, in denen Fridolin vorzugsweise als Handelsmann die Tücher in der Ostschweiz, aber auch in Italien absetzte.

    Erste eigene Fabrik

    Im Jahre 1827 trat Fridolin Jenny aus der Firma «Barth. Jenny & Cie.» aus, um 1828 in Glarus eine eigene Handweberei-Fabrik unter dem Namen «Fr. de Caspar Jenny» zu gründen. Im Unterschied zu seinen Brüdern sah er die Zukunft in einer mechanischen Baumwollspinnerei, zudem behagte ihm nach zwanzig Jahren die Rolle als Juniorpartner nicht mehr. Wie seine Brüder verkaufte er Rohtücher an Glarner Druckereien und auf Tüchermärkten in St. Gallen.

    Gründung einer mechanischen Baumwollspinnerei

    Für sein Vorhaben konnte Fridolin Jenny seinen Geschäftspartner David Enderlin als Mitinvestor gewinnen. Als Standort wählte Fridolin Jenny das Gebiet Ziegelbrücke, südlich des Linthkanals, in der damaligen Gemeinde Niederurnen gelegen. Bereits 1834 nahm die Spinnereifabrik den Betrieb auf. Die Spinnmaschinen kamen von der Maschinenfabrik «Joh. Jacob Rieter & Cie.» in Winterthur und von «Nicolas Schlumberger & Cie.» im Elsass. Letztere ersetzte Jenny 1860 durch solche von der Firma «Platt Brothers» in Oldham bei Manchester.

    Ausgezeichnete äussere Bedingungen

    Der Standort Ziegelbrücke zeichnete sich durch hervorragende Bedingungen aus: Die Linthkorrektion hatte neuen Boden geschaffen und den zentralen Transportweg zwischen Walen- und Zürichsee sicherer gemacht. Es war auch genügend Wasserkraft für den Antrieb der Maschinen vorhanden. Ab den 1850er Jahren wurde sogar die Eisenbahnlinie in unmittelbarer Nähe zur Fabrik gebaut.

    Konzentration auf die Spinnerei

    Bald gab Fridolin Jenny den Handel mit bedruckten Tüchern zu Gunsten des Betriebszweigs der Spinnerei auf. Am 1. März 1836 gründete er zusammen mit David Enderlin die Firma «Enderlin & Jenny». Bereits 1838 erwarb Fridolin Jenny auf der Allmend von Niederurnen die stillgelegte Spinnerei «Zweifel & Weinhofer». Er funktionierte diese Fabrik in eine Grossspinnerei um. Eine Spezialität waren stärkere Garne, die durch Teilen einer Faser in mehrere Fäden hergestellt wurden. 1851 richtete er dort eine mechanische Weberei mit 300 Webstühlen ein. Er nutzte die Wasserkraft auch hier und ersetzte 1852 die alten Wasserräder durch leistungsfähigere Turbinen des Maschinenbauunternehmens «André Koechlin & Cie.» aus Mulhouse.

    Kurzer Ruhestand

    Im Jahre 1855 ging Fridolin Jenny in den Ruhestand, nachdem er die Führung der Firma «Enderlin & Jenny» bereits 1852 seinem Sohn Kaspar übergeben hatte. Auch David Enderlin trat aus der Leitung aus und übergab seinen Anteil seinen vier Söhnen.

    Fridolin Jenny verstarb am 28. November 1857 in Ziegelbrücke.

    Mehr über Fridolin Jenny-Heer erfahren Sie im Pionierband 99 «Spinnen, Weben, Drucken. Pioniere des Glarnerlandes».

  • Casimir Friedrich Knörr – Gründer von Schifffahrtsgesellschaften
    Pionier des Monats | April 2020
    89, Transport und Tourismus. Pioniere der Dampfschifffahrt

    Casimir Friedrich Knörr – Gründer von Schifffahrtsgesellschaften

    Es ist in diesen Wochen ruhig geworden auf den Schweizer Strassen, Schienen, Flugplätzen und Seen. Einmal mehr wird augenscheinlich, wie sehr das wirtschaftliche Leben mit dem Verkehr zusammenhängt. Das war schon immer so. So hat die Schweizer Wirtschaft just dann zum grossen Sprung angesetzt, als neue Verkehrssysteme entstanden. Den Anfang machte dabei die Dampfschifffahrt. Auf dem Vierwaldstättersee, auf dem seit dem 28. März 2020 sämtliche Schifffahrt eingestellt ist, war es Casimir Friedrich Knörr (1808–1882), der 1837 das erste Dampfschiff vom Stapel liess.

     

    Gut informierter Geschäftsmann

    Am 12. Mai 1808 wurde Casimir Friedrich Knörr als Sohn des Luzerner Banquiers Frédéric Knörr in Strassburg geboren. Er leitete ab 1828 das väterliche Bank- und Handelshaus in Luzern. Schon länger war in der Politik die Rede von einer Schiffsverbindung quer über den Vierwaldstättersee als direkte Verbindung zwischen Basel und dem Tessin. Dies hatte Casimir Knörr aufmerksam verfolgt, und er begann ab etwa 1832 die Frage der Dampfschifffahrt auf dem Vierwaldstättersee zu überdenken.

    Eile mit Weile

    Knörr suchte nach Geldgebern weit über Luzern hinaus bis nach Basel und liess dann ein Schiff bei «Escher Wyss & Cie.» in Zürich bauen. Dies dauerte seine Zeit, denn die Schweizer Maschinenindustrie konzentrierte sich damals noch auf Textilmaschinen. Erst die Dampfschifffahrt und später die Eisenbahn haben die Maschinenindustrie zum führenden Wirtschaftsbereich gemacht. So mussten Mitte der 1830er Jahre Kessel und Maschine des Dampfschiffs aus England hergebracht werden.

    Der eiserne Koloss gegen die hölzernen Nauen

    Nachdem der Grosse Rat des Kantons Luzern 1835 dem erst 27-jährigen Knörr die Konzession für die Dampfschifffahrt auf dem Vierwaldstättersee erteilt hatte, wurde ein Jahr später die «Dampfschifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees, Luzern» gegründet und am 19. Juli 1837 fand der Stapellauf des Schiffes statt, welches vermutlich erst später den Namen «Stadt Luzern» erhielt. Damit wurde das Transportwesen auf dem Vierwaldstättersee auf den Kopf gestellt. Der eiserne Koloss mit einem Frachtvermögen von 10 Tonnen und Platz für 300 Personen war für die Schiffleute mit ihren Nauen eine unerträgliche Konkurrenz. Insbesondere in Schwyz und Uri entstand, auch politisch bedingt, Widerstand, der sogar vor Gericht ausgetragen wurde.

    Harter Konkurrenzkampf

    Casimir F. Knörr liess sich nicht beirren, sondern 1843 ein zweites Dampfschiff mit dem Namen «St. Gotthard» vom Stapel laufen. Im selben Jahr gründete der Urner Verkehrspionier Karl Emanuel Müller die Postdampfschiffgesellschaft als erklärtes Konkurrenzunternehmen. Schliesslich wollte in den 1850er Jahren eine weitere Gesellschaft auf dem Vierwaldstättersee mitmischen. Als die Schweizerische Centralbahn 1856 nach Luzern vorstiess, beabsichtigte sie den Verkehr mit eigenen Schiffen Richtung Gotthard weiterzuleiten. Doch die bestehenden Gesellschaften von Knörr und Müller verhinderten dies, indem sie die beiden von der Centralbahn bestellten Schiffe erst pachteten und schliesslich kauften.

    Salondampfschifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees

    Im Jahre 1870 wurden alle Unternehmungen auf dem Vierwaldstättersee zur «Vereinigten Dampfschifffahrts-Gesellschaft des Vierwaldstättersees (VDGV)» zusammengefasst. Knörr verfolgte aber weiterhin eigene Interessen. Er verkaufte, wohlgemerkt als amtierender Verwaltungsrat der VDGV, während des Sommers 1871 einen grossen Teil seiner Aktien und gründete die «Salondampfschifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SDV)». Das Ansinnen war aber nur von kurzer Dauer. Nach langen Verhandlungen verkaufte er 1872 die beiden bereits bestellten Salonschiffe und verpflichtete sich, nie mehr eigene Schifffahrtsunternehmen auf dem Vierwaldstättersee zu gründen.

    Am 19. März 1882 verstarb Casimir Friedrich Knörr in Luzern.

     

    Mehr über Casimir Friedrich Knörr erfahren Sie im Pionierband 89 «Transport und Tourismus. Pioniere der Dampfschifffahrt».

  • Josef Theodor Erb – Geologe und Manager
    Pionier des Monats | März 2020
    97, Swiss Gang. Pioniere der Erdölexploration

    Josef Theodor Erb – Geologe und Manager

    Der Zerfall des Ölpreises Anfang dieser Woche brachte die Börsen weltweit ins Wanken. Einmal mehr zeigte sich die Abhängigkeit der gesamten Wirtschaft vom «schwarzen Gold» bzw. von den erdölexportierenden Ländern im Nahen Osten. Historisch betrachtet kam die arabische Halbinsel aber relativ spät in den Fokus der Erdölförderung. Bis in die 1920er Jahre betätigten sich die zumeist europäischen und amerikanischen Firmen vor allem im heutigen Indonesien, den Antillen und Teilen Süd- und Nordamerikas. Mit dabei waren nicht selten Schweizer, die als gefragte Geologen im Dienste der grössten Erdölunternehmen standen. Einer der bedeutendsten war Josef T. Erb (1874–1934).

    Ausbildung bei Albert Heim
    Josef Theodor Erb wurde am 25. Februar 1874 in Volkach (Bayern) als Schweizer geboren. Über Aarau kam seine Familie nach Zürich, wo er an der ETH beim berühmten Geologen Albert Heim Naturwissenschaften studierte. Danach war er Assistent von Ulrich Grubenmann, bei dem er mit einer Arbeit zum Thema «Die vulkanischen Auswurfsmassen des Hegaus» im Jahre 1899 dissertierte.

    Erste Station Sumatra
    Bereits 1900 trat er in die Dienste der «Royal Dutch Petroleum Company» ein und reiste für sie ins damalige Niederländisch-Ostindien (heutiges Indonesien). Auf Süd-Sumatra hatte die Royal Dutch Petroleum Company seit 1890 mehrere erfolgreiche Ölbohrungen lanciert, deren Quellen aber immer relativ rasch versiegten. Deshalb waren Geologen wie Josef Erb gesucht, die das Land systematisch nach Erdöl examinierten.

    Nach Malariaerkrankung wieder in Java tätig
    Aufgrund einer Malariaerkrankung kehrte Josef Erb 1903 nach Europa zurück, wo er in Berlin seine technisch-geologischen Kenntnisse vertiefte. Allerdings befand er sich schon 1905 wieder in Niederländisch-Ostindien, genauer auf Java.

    Erster Chefgeologe der «Royal Dutch Shell»
    Mit der Fusion der Royal Dutch Petroleum Company mit der englischen Shell Transport and Trading Company Ltd. zur Royal Dutch Shell wurde Josef Erb 1907 Leiter des geologischen Dienstes. Seine technischen Kenntnisse sowie sein strategisches Denken empfahlen ihn für dieses Amt. Somit hatte er die Verantwortung für neue Explorationsgebiete und auch für die Verhandlungen für neue Ölbohrkonzessionen der Royal Dutch Shell. Als Chefgeologe gehörte Josef Erb nun zum Management der neu gegründeten Erdöl-Company.

    Geophysikalisches Verfahren
    Josef Erb begann 1920 die Möglichkeiten auszuloten, die die Geophysik bei der Erdförderung darstellte. Auf einer Reise nach Deutschland lernte er die gravimetrische Messung mittels der Torsions- oder Drehwaage kennen. Da sich verschiedene Gesteinsschichten in ihrer Dichte unterscheiden und damit die Gravitationskraft unterschiedlich beeinflussen, können mit dieser Methode gewisse geologische Strukturen identifiziert werden. Mit diesem Verfahren hielt die Geophysik in der Erdölforschung Einzug.

    Steile Karriere
    Innerhalb der Royal Dutch Shell stieg Josef Erb über den Direktorenposten der «Zentralen Abteilung für Geologie» im Jahre 1921 zum «Managing Director» auf und besetzte eine der wichtigsten Stellen der Erdölindustrie jener Zeit. Er ebnete damit zahlreichen Schweizern den Weg bei Royal Dutch Shell. Bis in die neuste Zeit war der oberste Techniker von Shell ein Schweizer.
    Im Jahre 1929, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, demissionierte Josef Erb, gesundheitlich angeschlagen. Er blieb aber Mitglied des Verwaltungsrates der Royal Dutch Shell bis zu seinem Tod am 24. Oktober 1934 in Den Haag.

    Mehr über Josef Theodor Erb erfahren Sie im Pionierband 97 «Swiss Gang. Pioniere der Erdölexploration».

Versuch, Erfolg, Irrtum – Telekomindustrie von Hasler zu Ascom

«Hasler» – das war früher ein Synonym für Telefon. Angefangen als kleine Werkstatt und gewachsen zum grössten Arbeitgeber der Stadt Bern, prägte Hasler die Telekomszene in der Schweiz für Generationen. Dahinter standen zunächst Vater und Sohn Hasler, die der Unternehmung für fast 100 Jahre vorstanden. Sie entwickelten Telegraphenapparate und Telefonzentralen, setzten auf die Drahtlostechnologie und bauten «nebenbei» weltberühmte Geschwindigkeitsmesser, meteorologische Messinstrumente oder Signalanlagen. Das Erbe der Haslers wuchs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts weiter, die Fusion zur Ascom sollte ein Befreiungsschlag im harten Wettbewerb der Globalisierung werden. Doch es folgte der stufenweise Abstieg. Der Erfolg blieb aus, nicht aber die Spannung in der wechselvollen Geschichte.

«Daniel Düsentrieb»

Die Schweizer Telekomgeschichte begann 1852 mit der Errichtung der Eidgenössischen Telegraphenwerkstätte. Matthias Hipp (1813–1893) hiess deren erster Direktor, dessen Pioniergeist zahlreiche Erfindungen hervorbrachte. Zur prägenden Figur wurde aber sein Gehilfe Gustav Adolf Hasler (1830–1900), der das Unternehmen ab 1860 bis zu seinem Tod führte und laufend erweiterte. Er war ein Tüftler, ein «Daniel Düsentrieb», der alles erfand, was man wollte. Wasserstandsmelder für Flüsse und Seen, Geschwindigkeitsmesser für Eisenbahnstationen und Eisenbahnzüge oder ein registrierender Thermograph für Wetterwarten. Wegweisend war aber insbesondere der Einstieg in die Drahttelefonie.

Expansion in Krisenzeiten

Auf dieser Grundlage, der Betrieb umfasste rund 300 Arbeiter und ein neues Fabrikgebäude im Berner Mattenhof, begann sein Sohn Gustav Hasler (1877–1952) mit gerade mal 22 Jahren, nachdem der Vater überraschend an einer Lungenentzündung gestorben war. Hilfreich waren für ihn zwei Eigenheiten der Hasler-Werkstätte. Erstens stand ihm ein loyales Kader von Technikern zur Seite, zweitens waren die Verbindungen zum wichtigsten Auftraggeber, der Eidgenössischen Post- und Telegraphenverwaltung (später PTT), eng und vertrauensvoll. Doch Hasler jun. beliess es nicht bei altbewährtem. Speziell in den Krisenzeiten der Weltkriege schickte er sich an, neue Unternehmensgebiete zu erschliessen.

Hochfrequenztechnik

Sichtbar wurden diese Expansionen an den neuen Fabriken, die bald das Stadtbild Berns prägten. Hasler Telefonzentralen für immer mehr Anschlüsse, zunächst bedient, bald aber automatisiert, überzogen das Land. Dazu kam die Hochfrequenztechnik für die Drahtlostelefonie und Radioübertragungen. An seinem Lebensende feierten über 3000 Mitarbeiter das 100-jährige Bestehen der Hasler-Werke und ihrer Vorgängerunternehmen.

Von den Hasler-Werken zur Ascom

Die Stiftung Hasler-Werke führte das Erbe weiter. Und weiterhin setzte man auf Wachstum. Die Hochkonjunktur und das staatliche Telefonmonopol sorgten für andauernde Erweiterungen. Und mit der Digitaltechnik stand ein neuer Quantensprung bevor. Um internationale Konkurrenzfähigkeit zu erlangen, fusionierte Hasler mit den Telekomanbietern Gfeller/Autophon und Zellweger zur Ascom (urspr. Association Suisse de Communication). Mit bald einmal 18’000 Mitarbeitern war man zwar nach internationalen Massstäben weiterhin ein kleines Telekomunternehmen, dank entsprechender Flexibilität sollten aber Nischen besetzt werden können.

Niedergang in Raten

Doch schlagfertig wurde Ascom nie. Der Konzern war in die ehemaligen Unternehmen und deren Organisationseinheiten aufgeteilt, die angestrebten Reorganisationen schlugen fehl. Ab der Jahrtausendwende begann der Schrumpfungsprozess, immer wieder begleitet von hoffnungsvollen Neuanfängen. So wollte der Zürcher Financier Ernst Müller-Möhl mit dem Internet aus der Steckdose Ascom zu internationaler Bedeutung führen. Doch sein Unfalltod am Gotthard beendete die hochfliegenden Pläne, die von vielen ohnehin als Störfaktor wahrgenommen wurden. Heute bietet Ascom Kommunikationslösungen speziell für Spitäler und Pflegeeinrichtungen an, mit noch rund 1000 Mitarbeitern.