Jacob Zellweger-Wetter
1723–1808
«Jacob Zellweger-Wetter (1723–1808) reagierte auf den Wandel im Textilhandel des 18. Jahrhunderts: Die traditionelle Leinwand wurde zunehmend von der «alles um sich fressenden Baumwoll-Spinnerei» verdrängt, wie es in einem zeitgenössischen Brief hiess. Federführend wirkte er an der Gründung einer Filiale in Genua mit, die den direkten Einkauf von Baumwolle am Hafen ermöglichte. Durch seine Ehe mit einer Angehörigen der politisch einflussreichen Familie Wetter aus Herisau verband er wirtschaftliche und politische Netzwerke. Mit seinem Baumwollhandel war Zellweger-Wetter zugleich in Wirtschaftskreisläufe eingebunden, die stark auf Ausbeutung und Versklavung beruhten – auch wenn er sich nicht am Überseehandel beteiligte und weder versklavte Menschen noch Plantagen besass.»